Im August 2026 unternahm eine achtköpfige Delegation aus dem Pastoralen Raum Hammelburg eine Reise in das brasilianische Amazonasgebiet. Ziel war die "Pfarrei des Heiligsten Herzen Jesu" in Juruti Velho, im Bistum Óbidos.
Schon 2019 ist eine Pfarrei-Partnerschaft mit Hammelburg entstanden. Nun begaben sich zusammen mit Pfarrer Thomas Eschenbacher, Gemeindereferentin Christina Lömmer und dem ortskundigen Dolmetscher Lukas Weimer fünf Jugendliche - Simon Hose, Julia Markard, Emilie Stolper, Mila Gerlach und Marta Lutz - auf die Reise nach Brasilien.
Das Ziel der Reise war der Austausch mit den Menschen vor Ort und die Stärkung der Partnerschaft. Eine Woche lang besuchte die Gruppe die Pfarrei Juruti Velho mit ihren insgesamt über 40 Gemeinden und lernte Kultur und Kulinarik des Amazonasgebiets, Glaubensleben und Gastfreundschaft der Einheimischen kennen. Auf dem Programm standen neben Gottesdiensten auch Gemeinde- und Kindergarten-Besuche in den Basisgemeinden im Hinterland.
So konnten die Teilnehmer das Projekt "Pé de pincha" kennenlernen, ein Programm für Schutz und Erhalt von Schildkröten-Populationen, angefangen von den Nestern bis zum Auswildern der Jungtiere in die Natur.
Außerdem lernten sie weitere Projekte kennen. "Hoffnung anpflanzen" dient der Unterstützung junger Landwirte, die Setzlinge heimischer Obstbäume anpflanzen und pflegen. So verbindet sich Umweltschutz mit sozialer Arbeit vor Ort und schafft eine Lebensperspektive für die Bevölkerung.
Das jüngste Projekt, die "Fruchtfabrik", wurde 2025 eingeweiht, gebaut u.a. mit Unterstützung aus dem Bistum Würzburg und auch aus Hammelburg: Sie soll Früchte vor Ort haltbar machen und in eine Vermarktung einbinden, neue Verdienstmöglichkeiten schaffen und mehr Menschen in Lohn bringen. Leider fehlt bislang die endgültige Lizenz zur Inbetriebnahme der Fabrik, zumindets können Koch- und Backkurse angeboten werden.
Neben diesen Mut machenden Projekten für die Bevölkerung ist die Region Juruti Velho jedoch von extremer Abholzung durch die "Aluminium-Firma" "Alcoa" betroffen. Das geht mit einer dramatischen Umweltzerstörung einher, von der sich die Besuchergruppe ein eigenes Bild machen konnte.
Beim gemeinsamen Abschlussgottesdienst stand die Partnerschaft im Mittelpunkt. Die Ministranten und Ministrantinnen beider Pfarreien dienten gemeinsam am Altar, und Emilie und Lukas begleiteten den Gottesdienst musikalisch in einer brasilianisch-deutschen Musikgruppe. Außerdem hielt Thomas Eschenbacher die Predigt auf Portugiesisch. Nach dem Gottesdienst feierten die Teilnehmenden die lebendige Partnerschaft mit brasilianischen und deutschen Liedern und Tänzen.
Für die letzten Tage der Reise ging es noch einmal in die Bistumshauptstadt Óbidos, wo bei den täglichen Mahlzeiten mit dem Bischof am Tisch auch einige spanische Freiwillige für eine besondere internationale Gemeinschaft sorgten.
Info-Veranstaltung
Von all diesen Erfahrungen können Sie sich schon bald ein eigenes Bild machen: Mit persönlichen Berichten, Bildern und kleinen kulinarischen Köstlichkeiten aus Amazonien laden die Teilnehmenden der Reise zur Informations-Veranstaltung „Reisebericht Amazonien“ am Sonntag, 25. Oktober, um 17:00 Uhr ins Johannes-Martin-Haus ein.
Lukas Weimer




