Kommunalpolitik kümmert sich um die Daseinsvorsorge, um Wasser, Energie, Müllbeseitigung oder Brandschutz. Sie fördert Wirtschaft, Soziales und Bildung, Sport, Gesundheit und Pflege. Sie engagiert sich für Kultur, Jugendarbeit und Heimatpflege. Sie ist die politische Ebene, die besonders nahe am Menschen ist. Wir kennen diejenigen persönlich, die für politische Entscheidungen verantwortlich sind. Deshalb ist Kommunalpolitik das Aushängeschild demokratischer Politik, deshalb brauchen wir dafür engagierte Demokratinnen und Demokraten.
Als Kirche wollen wir nicht in erster Linie von der Seitenlinie kluge Kommentare abgeben oder nur fragen, ob "die Politik liefert". Wir ermutigen alle, die sich bei einer demokratischen Partei oder Vereinigung engagieren. Wir wollen, dass sich Christinnen und Christen mit ihren Überzeugungen und Werten in die Kommunalpolitik einbringen. Wir stehen an der Seite derjenigen, die unsere Demokratie stärken. Wir unterstützen sie, gerade dann, wenn es zu Anfeindungen, Hass, Hetze und Pöbeleien kommt. Alle demokratischen Mandatsträger*innen sollen wissen, dass sie sich auf uns verlassen können.
Darum gibt es die Kampagne "Unser starkes Kreuz für Demokratie" der Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern.
Arbeiten wir zusammen, damit das Thema "Demokratie" im Gespräch bleibt!
Als Christ*innen "gemeinsam mit der Mitte aufstehen für Demokratie und Menschenwürde"
Der scheidende Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz Bischof Georg Bätzing (Limburg) warnte laut "Main-Post" vom 24.02.2026 (Seite 7) angesichts der Wahlen einmal mehr ausdrücklich vor der AfD.
Das Menschenbild der Partei widerspreche der christlichen Lehre. Statt Lösungen für politische Probleme biete sie lediglich "Scheinlösungen" an. Bei dem Gedanken, die AfD könne in einzelnen Ländern Regierungsverantwortung übernehmen, werde Bätzing "Angst und bange". Christ*innen müssten gemeinsam mit der demokratischen Mitte aufstehen und sich für Demokratie und Menschenwürde engagieren.
Der Appell des Bischofs: "Bleibt nicht im Sessel hocken!"
"Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie lebt von der Beteiligung"
Auch Diözesanrat Würzburg rief zur Teilnahme an der Wahl auf
Am 8. März waren die Bürgerinnen und Bürger in Bayern aufgerufen, über die Zukunft ihrer Städte, Gemeinden und Landkreise mit zu entscheiden. Der Vorstand des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Würzburg rief alle Wahlberechtigten ausdrücklich dazu auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.
Demokratie lebt von Beteiligung
Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie lebt von der Beteiligung und von der Verant-wortungsbereitschaft engagierter Bürgerinnen und Bürger. Wer wählt, übernimmt Mitverantwortung für das Zusammenleben vor Ort - für Entscheidungen, die ganz konkret den Alltag betreffen: in der Kinderbetreuung, in Schulen, in der Pflege, im sozialen Miteinander, im Umgang mit Geflüchteten, in Umwelt- und Klimaschutz sowie in der Gestaltung lebenswerter Kommunen.
Christliche Werte wie die Achtung der Menschenwürde, Nächstenliebe und Solidarität oder die Bewahrung unserer Schöpfung sind dabei konkrete Maßstäbe für politische Entscheidungen vor Ort.
Klare Haltung gegen Menschenfeindlichkeit und Extremismus
Mit großer Sorge beobachten wir, dass menschenfeindliche Haltungen, rassistische Parolen und extremistische Ideologien zunehmend Raum im politischen und gesellschaftlichen Diskurs auch in Unterfranken einnehmen. Solche Positionen stehen in fundamentalem Widerspruch zum christlichen Menschenbild und zu den Grundwerten unserer freiheitlichen Demokratie.
Kommunalpolitik entscheidet darüber, wie offen, sozial und zukunftsfähig unsere Gemeinden sind. Gerade deshalb ist es wichtig, die eigene Stimme nicht Gleichgültigkeit oder Protesthaltungen zu überlassen, sondern sie bewusst und verantwortungsvoll einzusetzen.
Wir ermutigen daher alle Wahlberechtigten ihr Wahlrecht wahrzunehmen, sich vorab zu informieren und das Gespräch mit den Kandidatinnen und Kandidaten zu suchen. Egal ob am 8. März im Wahllokal oder per Briefwahl bequem von zu Hause aus. Denn Demokratie lebt von Menschen, die sich engagieren und mitentscheiden.
Der Vorstand des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Würzburg

